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1.Mai 07

Berichte Demos > 2007

1.Mai in Sachsen – wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Als die Regierung der Nationalen Revolution den 1.Mai im Jahre 1933 erstmals zum Volksfeiertag erhob, wollte sie – laut Dr. Goebbels – damit zum Ausdruck bringen, dass die Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit der nationalen Arbeit, ihrem Schöpfern und Trägern eine unlösliche und schicksalgegebene ist. Das deutsche Volk zerriss die Schranken der Klassen, welche die Protagonisten des Bolschewismus und des Liberalismus zwischen Deutschen und Deutschen errichtet hatten.
Heute steht die Begehung dieses Feiertages weniger im Zusammenhang mit Arbeit und Volk, als vielmehr im unseligen Zeichen gewerkschaftlicher Aufläufe, mit all ihren entarteten Auswüchsen. Eine Stunde wird gegen die Regierung gewettert um danach wieder in Eintracht mit den Politikern der etablierten Clique bei Sauf- und Fressgelagen zu feiern.
Widerstandskämpfer und politische Aktivitsen nahmen auch dieses Jahr den 1.Mai zum Anlass, dem System aufzuzeigen, dass man nicht länger bereit ist, nach den Spielregeln der Herrschenden zu tanzen und sich an den ewig wiederkehrenden Ritualen von Brot und Spiele zu beteiligen. Und so hieß es gegen ein System auf die Straße zu gehen, was unserem Volk immer mehr die Luft zum Atmen nimmt. Privatisierung und Markwettbewerb stehen für den Ausverkauf einer gesamten Infrastruktur und lebensnotwendiger Bereiche, die durch Mühe und Schweiß aus unserem Volk geschaffen wurde. Der Mensch zählt nur noch als Humankapital und ist nur noch als zahlender Konsument geachtet. Dieses System funktioniert mit all seinen Institutionen, die sich den Staat zur Beute gemacht haben. Dazu zählen Wirtschaftlobbyisten, Berufsdemokraten, Staatsdiener und auch der staatlich subventionierte Anti-Faschismus. Und so trafen sich ganz unverhofft und spontan mehr als 250 Widerstandskämpfer in Roßwein, um auf das Anti-Faschistische Jugendzentrum in der Goldbornstraße 18 aufmerksam zu machen. Dieses Jugendzentrum wird aus öffentlichen Geldern finanziert und seit dem 10.Juli 2004 beschäftigt man unter anderem den Anti-Faschistischen Multi-Funktionär Thomas Hannich als vermeintlichen Sozialarbeiter. Sein „soziales“ Engagement besteht darin, jungen Menschen sein Anti-Faschistisches Weltbild zu diktieren und mit gewalttätigen Anti-Faschisten zusammen zuarbeiten. So durfte auch schon die, in der ersten Instanz wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte Anja Bierig, als Kampfsporttrainerin in diesem Jugendzentrum auftreten. Anja Bierig wurde vom Amtsgericht Dresden zu einer einjährigen Haftstrafe auf zwei Jahre Bewährung verurteilt, weil sie mit einer Eisenstange auf eine 63-jährige Frau einschlug. Mit einen Transparent wurde auf diese beiden Protagonisten der gewaltbereiten Antifa-Szene hingewiesen und der Bürger wurde zudem mit einem Flugblatt aufgeklärt. Als die erste Station erfolgreich absolviert wurde, erschienen die ersten Polizeikräfte, die erstaunt darüber waren, dass junge Deutsche ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen. Nächstes Ziel war nun Riesa, wo sich schnell und unverhofft ein Marschzug auf der Hauptstraße in Bewegung setzte. Mit antikapitalistischen Parolen und einer Vielzahl von zufällig mitgeführten Transparenten konnte der Bürger mit der Realität in dieser BRD konfrontiert werden. Auf einer großen Kreuzung fand sich auch zufällig ein Redner mit einem Megaphon, der auf die Notwendigkeit des nationalen Befreiungskampfes einging und als klare Alternative zum herrschenden System den nationalen Sozialismus aufzeigte. Auch in Riesa war die Staatsmacht in Uniform nur zum Zuschauen verdammt. Ungehindert konnte man dann auch die Weiterfahrt nach Oschatz antreten, wo man aber eher auf unfreundliche Polizeibeamte traf. Nichts desto trotz setzte sich auch hier spontan ein Demonstrationszug in Richtung Marktplatz in Bewegung. Auf dem Marktplatz angekommen, fand man auch schnell wieder den bereitwilligen Redner, der immer noch sein Megaphon bei sich hatte. Und so konnte man auch in Oschatz dem Bürger über das Anliegen der Demonstration zum 1.Mai aufklären. Nach der Kundgebung wurden die Polizeikräfte immer hektischer und man versuchte nun seitens der Staatsmacht mit Gewalt gegen junge Menschen vorzugehen. Es mag wohl auch beim Polizeieinsatzleiter der Frust bestanden haben, dass an diesem Tag das Überwachungssystem BRD versagt hatte und man keine Kenntnis davon hatte, dass junge Widerstandskämpfer und politische Aktivisten am 1.Mai von ihrem Versammlungsrecht gebrauch machten. Und da man in dieser „Demokratie“ darauf bedacht ist, öffentliche Meinungsauftritte zu verhindern schnüffeln neben Verfassungsschutz, Polizeibehörden auch Anti-Faschistische Vorkämpfer wie Kerstin Köditz (SED-PDS) im Vorfeld nach Hinweisen, wo gegebenenfalls oppositionelle Gruppen und Menschen auf die Straße gehen könnten. Da aber auch ihr Netzwerk von Anti-Faschistischen Rechercheteams nicht vollkommen ist, sandte der Antifa-Informationsticker noch am Vorabend des 1.Mai einen Hilferuf aus, wo man für den 1.Mai ein Denunziantentelefon im Bürgerbüro von Köditz auf der Malzhausgasse 6A in Grimma bereit stellte, wo man Demonstrationen oder Zusammenkünfte von politisch Andersdenkenden melden sollte. Alles in allem versagte aber hier der gesamte Apparat des Systems und so gab man sich am folgenden Tag des 1.Mai`s bestürzt und betroffen. Köditz möchte gleich weitere Mittel für das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen“, was bereits durch Millionen von Steuergeldern von Sächsischen Bürgern finanziert wird. Hierbei geht es aber nicht um einen politischen Anspruch, sondern man schafft mit den Geldern Strukturen, die zur Bekämpfung der politischen Opposition dienen. Als Beispiel sei hier Markus Kemper vom Kulturbüro Sachsen e.V. erwähnt, dessen Arbeit darin besteht, Gaststättenbetreiber unter Druck zu setzen, damit diese nicht ihre Räumlichkeiten politisch Andersdenkenden zur Verfügung stellen. Hierbei arbeitet man vorwiegend mit kriminellen Mitteln, indem man sich rechtswidrig Informationen, zum Beispiel durch Hacken auf private Rechner, verschafft. Das alles feiert man dann natürlich als Anti-Faschistisches Engagement.
Und auch der Polizeichef von Westsachsen, Bernd Merbitz, sucht hilflos nach Antworten, wie in seinem Aufgabenbereich unerwartetes geschehen konnte. Gerade die Grund- und Bürgerrechte für die nationale Opposition wurden in der Vergangenheit von Merbitz immer wieder mit Füssen, oder besser gesagt mit Polizeiknüppel getreten.
Die nationale Opposition wird sich auch in Zukunft ihr Handeln nicht diktieren lassen und manchmal kommt unverhofft ziemlich oft. Vielleicht finden sich schon morgen politische Aktivisten, die spontan vor dem Bürgerbüro von Köditz auf ihr unsägliches Wirken in der Unterdrückung missliebiger Meinung hinweisen.



Gegen das System der Unterdrückung – für einen nationalen Sozialismus!!!


Quelle: Ronny Thomas(Freie Offensive)



Bericht 1. Mai 2007

Teil I:
DORTMUND, Vorfeldaktionen:

Für mich begann der 1. Mai am Sonnabend, dem 28. April.
Antikapitalistische Kaffeefahrt durchs Ruhrgebiet und Westfalen.
Frühmorgens starteten zwei Reisebusse in X-Stadt, jeweils fast voll
besetzt (also mit zusammen rund 90 Leuten), dazu ein VW-Bus als
Lautsprecherfahrzeug.

Erste Station war Kamp-Lintfort. Morgens gegen 9.oo Uhr gab es noch
keine Gegendemonstranten. Die Polizei war mit geringen und eher
unauffälligen Kräften vertreten. (Eine der wenigen Demonstrationen
oder Kundgebungen, wo wir mal mehr waren als die Angehörigen der
Staatsmacht.) Publikum gab es um diese frühe Zeit allerdings auch ncoh
nicht viel, gerade mal ein paar Dutzend Neugierige und Schaulustige,
von denen sich einige durchaus zustimmend äußerten.

Nach einer Stunde ging es weiter; Recklinghausen stand als nächstes
auf dem Plan. Dort lief es nicht so reibungslos. Die Busse setzten uns
vielleicht anderthalb Kilometer vom Kundgebungsort entfernt ab; wir
wollten sie nicht dichter ranfahren lassen, um linke Angriffe zu
verhindern, weil sonst der Rest der Fahrt fragwürdig gewesen wäre.
Die Polizei wollte uns aber nicht zu Fuß zum Kundgebungsort lassen,
sondern nur in den Bussen. Eine Weile wurde darüber verhandelt, daß wir nicht
alle zusammen, sondern in Gruppen a zwanzig Mann gehen, mit jeweils
einer Minute Abstand. Aber diese Verhandlungen dinten wohl nur dazu,
Zeit zu schinden. Schließlich verfiel die Polizei wieder darauf, nein,
geht nur mit Bussen. Weil sich das alles hinzog, sagten wir dann kurz
entschlossen: Wir haben noch ander Stationen auf unserem Weg;
Recklinghausen nehmen wir uns mal für eine spätere Gelegenheit vor.
Also aufsitzen und weiter!

Dritte Station war Kamen. Hier hatten sich meiner Schätzung nach 150
Gegendemonstranten eingefunden. (Die Medien sprachen, wohl leicht
übertreibend, von 250.) Am Anfang gab es ein kleines Gerangel mit
Polizisten, als Kameraden von un ein fahrlässigerweise über die
Absperrgitter gehängtes linkes Transparent herunterrissen und es
„beschlagnahmen“ wollten. Es wurden auch zwei Teilnehmer
festgenommen, die dann allerdings bis zum Ende der Kundgebung wieder in unseren
Reihen waren.

Der linke Widerstand hatte sich auf die vierte und letzte Station
konzentriert; Paderborn. Dort war unsere Kundgebung direkt vor dem
Bahnhof. Auf der linken Seite standen uns etwa dreihundert
Gegendemonstranten gegenüber, auf der rechten Seite vielleicht doppelt
so viele. (Also die Linken auf der rechten Seite, um es genauer zu
sagen.... Ob diese Positionierung eine Art weltanschauliche Aussage
gewesen sein soll?) Größere Zwischenfälle gab es nicht. Lediglich
auf die Rückreise mit unseren Bussen mußten wir verzichten; nicht wegen
Feindeinwirkung, sondern weil sie jeweils nur einen Fahrer hatten und
die gesetzlichen Lenkzeiten beachten mußten. Daher fuhren wir dann mit
der Bahn zurück; teilweise nach X-Stadt, wo wir unsere Autos hatten,
oder die Kameraden, die schon mit der Bahn nach X-Stadt angereist
waren, direkt zu ihren Heimatorten.

Eine Rednerliste habe ich nicht notiert; es wurde auch von Ort zu Ort
gewechselt, wobei versucht wurde, jeweils mindestens einen Redner aus
dem entsprechenden Einsatzort zu haben. Von den anderen ist mir noch in
Erinnerung, daß außer meiner Wenigkeit Daniela Wegner, Sven Skoda,
Sachsa Krolzig und Claus Cremer sprachen.

Alles in allem ein gelungener Tag; für mich persönlich der erste, an
dem ich an drei Kundgebungen teilgenommen habe, oder genaugenommen sogar an
vier, wenn ich die durch polizeiliche Schikane behinderte
beziehungsweise verhinderte in Recklinghausen mitzähle. Es war eine
lange Tour und entsprechend anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Das nächste Mal war der 1. Mai für mich dann am 30. April, einem
Montag. In Dortmund sollte eine „warm-up-Demo“ stattfinden. Allerdings
wurde es dann eine stationäre Kundgebung. Die Polizei hatte den Veranstalter
inständig gebeten, auf eine Kundgebung mit Marschstrecke zu
verzichten. Der Veranstalter hatte gesagt: Können wir machen, wenn ihr uns einen
wirklich schönen Kundgebungsort gebt! Wir bekamen einem vor dem
Hauptbahnhof, und zwar an einer Passage in die Innenstadt, die
ausgesprochen belebt war. Noch belebter wurde sie dadurch, daß am
Abend in Dortmund ein „Rock-in-den-Ruin-Festival“ stattfand und ein Teil
der Anreise dazu über den Bahnhof mit Bussen durchgeführt wurde.
Zeitweilig setzte die Polizei auch etwa hundertzwanzig sogenannte autonome
Jugendliche fest, weil sie nicht wußte, ob die zum
„Rock-in-den-Ruin-Festival“ wollten oder unterwegs waren, um unsere
Veranstaltung zu stören. Aber sie hatten wohl eher harmlose
Absichten...
Eine Gegendemo konnten wir in einer Entfernung von mehreren hundert
Metern mal vorbeiziehen sehen; sie werden wohl nicht mehr als achtzig
Mann oder so gewesen sein.

Wir selbst waren auch nicht viele, knapp über fünfzig. Das mag unter
anderem daran gelegen haben, daß ein paar Leute aus dem nicht mehr
ganz politischen Umfeld ausgerechnet am Vorabend des 1. Mai ein
Skinhead-Konzert in der unmittelbaren Nähe von Dortmund machen
mußten. Da kommt schon der Verdacht auf, daß es Leute gibt, denen Kommerz
wichtiger ist als Politik. Und damit meine ich nicht die eher geringe
Beeinträchtigung der Mobilisierung für den Montagabend. Sondern ich
meine eher, daß Leute, die abends ein solches Konzert besuchen und
dabei eine Menge Bier trinken, am nächsten Tag eher wenig Neigung haben,
relativ früh an einer nationalen 1.-Mai-Demonstration teilzunehmen.
Der Abend vor einem der wenigen zentralen Demonstrationstermine des ganzen
nationalen Lagers ist also für solche Freizeit- bzw.
Kommerzveranstaltungen wirklich nicht der richtige Termin!

Der Ärger darüber war allerdings nur kurz; die große Zahl von
Bürgern, die wir während der ganzen zweistündigen Veranstaltung direkt
erreichen konnten, war viel erfreulicher. Auch konnten während der ganzen Zeit
am Rande unserer Kundgebung Handzettel mit der Einladung für die
Demonstration am 1. Mai verteilt werden. Also einmal eine Veranstaltung
mit erfreulich viel direktem Kontakt zum Normalbürger.

Und dann kam der große Tag selbst.

Zweiter Teil:
DORTMUND, 1. Mai:

Der umfangreiche Technik-Troß mit vier Fahrzeugen gelangte ungestört
zum Aufstellungsplatz S-Bahn Körne-West. In kleineren Gruppen trafen nach
und nach bei 200 Teilnehmer ein. Und dann erlitt der Zustrom, der
plangemäß gerade erst richtig beginnen sollte, eine Unterbrechung.

Am Hauptbahnhof hatten linke Störer sich an die Gleise gekettet. Dies
Problem aber war vom BGS (Bundespolizei) wohl bald gelöst worden.
Schwerwiegender war eine Brandlegung auf der Strecke zwischen Dorstfeld
und Körne-West. Diese beeinträchtige nicht nur die hölzernen
Bahnschwellen, sondern wohl auch ein darunter verlaufendes Kabel, so
daß der Strom für die ganze Strecke abgeschaltet wurde. Letzteres war
möglicherweise eine berechtigte Sicherheitsmaßnahme, denn wie wir
später erfuhren, war noch am Mittwoch der Verkehr auf dieser S-Bahn-Linie
unterbrochen.

Nun saßen also zwischen 600 und 800 Teilnehmer in Dorstfeld fest und
zwischen 200 und 250 am Hauptbahnhof.

Die in Dorstfeld griffen zur Eigeninitiative – ungeachtet dessen,
daß es ein langer Weg war, machten sie sich zu Fuß auf den Marsch. Die
völlig überraschte Polizei konnte dagegen erst einmal gar nichts machen,
außer hinterherzulaufen. Wahrscheinlich waren ihre Kräfte auch anderswo noch
beansprucht. Denn eine Antifa-Demo mit mehreren hundert Teilnehmern
hatte sich vorzeitig aufgelöst, und die radikeln Linken zogen
randalierend und nicht unbeträchtlichen Sachschaden anrichtend durch
die Innenstadt.

Der Weg von Dorstfeld nach Körne-West ist allerdings ziemlich lang;
die ganze Innenstadt liegt dazwischen. So war es nach (schätzungsweise)
zwei Kilometern dann so weit, daß die Polizei massiver auffuhr und die
Teilnehmer auf der Rheinischen Straße mit Knüppeln und Reizgas
stoppte. Ein Vorgang, der wohl zwingendermaßen ein gerichtliches Nachspiel
haben wird.

Da auch die Dortmunder Polizei sich nicht traute, das Recht auf
Teilnahme an einer Demonstration völlig zu unterbinden, wurde in der
Folgezeit mit geradezu schneckenhafter Langsamkeit für einen
Schienenersatzverkehr durch Pendelbusse gesorgt.

Weil absehbar war, daß die Polizei auf Zeit spielte, marschierten die
Teilnehmer vom Bahnhof Körne-West gegen 14.30 Uhr los.

Die Kameraden von der Rheinischen Straße wurden gaaaanz langsam per
Bus zum Platz der zweiten Zwischenkundgebung (=Hauptkundgebung) befördert;
das zog sich über viele Stunden hin. (Zu Fuß hätten sie es von dort
aus in vielleicht einer Stunde geschafft....) Genauso ging es mit denen,
die am Hauptbahnhof festsaßen. Die letzten trafen gegen 18.10 Uhr ein –
nach einer Wartezeit von vielleicht sechs oder sieben Stunden, gemessen an
ihrem Eintreffen an der S-Bahn-Station Dorstfeld...

Die nach meiner Zählung etwa 220 Teilnehmer, die von Körne-West aus
rund zwei Kilometer marschierten, machten zwischendurch noch eine Kundgebung
und trafen dann am Platz ein, wo bereits der größere Teil der anderen
Gruppen anwesend war.

Trotz dieser Zeitverzögerung wurde das ganze vorgesehen Programm –
wenngleich mit Kürzungen der Beiträge – durchgezogen; auf jeden
Fall traten die auf Plakaten im ganzen Stadtgebiet öffentlich
angekündigten Redner und Musikgruppen auf. Zu den Rednern gehörten Siggi Borchardt,
der NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt, der Niederländer Konstant
Küsters (Vorsitzender der Niederländischen Volks-Union NVU) und Claus Cremer
vom NPD-Landesvorstand Nordrhein-Westfalen. Die Redebeiträge wurden
jeweils gemischt mit Auftritten der Musikgruppen Civil Disorder, Carpe Diem und
Sense of Pride.

Gegen 19.30 Uhr war die Kundgebung auf dem großen Platz beendet. Daß
am Morgen zuvor zwei Mitglieder der GRÜNEN dort die Kleinigkeit von 6.000
Litern Gülle abgelassen hatten, war kaum zu merken; die
Reinigungstrupps der Stadt Dortmund hatten gute Arbeit geleistet, und ich hoffe, daß
die Täter diese Arbeit auch bezahlen dürfen.... (Ein Ermittlungsverfahren
wegen Umweltverschmutzung haben sie ohnehin, was für GRÜNE sicherlich
besonders peinlich sein dürfte.) Hier baute die Technik mit
Bühnen-LKW, großer Lautsprecheranlage und Generatorfahrzeug dann ab und
verabschiedete sich, da für die weitere Demonstration der kleine
Lautsprecherwagen ausreichte.

Zwar hatte sich vor dem Abmarsch vom Platz etliche der Teilnehmer schon
verabschieden müssen, weil sie mit Bussen gekommen waren und die
Fahrer gesetzliche Lenkzeiten einzuhalten hatten oder die Verträge einen so
langen Verbleib nicht vorgesehen hatten. Aber es war immer noch eine
gewaltige Masse, die dann um kurz vor acht Uhr abends loszog. Die
Polizei versuchte noch einmal, den weiteren Marsch zu verhindern,
konnte sich damit angesichts sowohl der Rechtslage als auch der
Entschlossenheit der Kameraden letztlich nicht durchsetzen. Zu weiteren
Zwischenfällen kam es dann nicht mehr. Nur, daß die Kameraden vom
Endpunkt der Veranstaltung aus zur Rückkehr nicht mehr die S-Bahn
benutzen konnten, weil diese weiterhin wegen der technischen
Beeinträchtigung stillgelegt war. Bei der Rückreise war der
Pendelverkehr der von der Polizei organisierten Busse allerdings
erheblich schneller als bei der Anreise....

So haben es mit ihrem militanten gefährlichen Eingriff in den
Bahnverkehr die Linken zwar geschafft, den Ablauf der Veranstaltung
erheblich zu beeinträchtigen; ihr Ziel haben sie aber dank des
Beharrungsvermögens der Teilnehmer nicht erreicht.

Auch war die Mobilisierung der Linken erkennbar schwächer als unsere;
an der Antifa-Demo sollen nach verschiedenen Medienmeldungen zwischen 600
und maximal 1.000 Personen teilgenommen haben. An einer davon
getrennten DGB-Kundgebung haben nach Medienmeldungen 800 Personen teilgenommen,
was für den DGB in einer Halb-Millionen-Stadt wie Dortmund eigentlich ein
eher peinliches Ergebnis ist. Die genaue Zahl unserer Teilnehmer ist
durch die teilweise chaotischen Verhältnisse schwer zu bemessen. Als
wir noch in mindestens drei Gruppen getrennt waren, berichtete der
Westdeutsche Rundfunk, es seien 1.300 Nationalisten in der Stadt. Bei
der Addierung der Zahlen der verschiedenen Gruppen, die letztlich
zusammengefunden haben, kommen wir zu einem Ergebnis von mindestens
1.000, aber die vom WDR genannten Zahl erschein eher realistisch.

Die teilweise durch polizeiliche Schikane extrem lange Wartezeit war
für viele lästig, aber ich glaube, unter dem Strich werden die
Kameradinnen und Kameraden es genau so bewerten wie ich: Daß es ein Erfolg war.
Denn trotz einer letztlich beinahe bürgerkriegsmäßigen und nachhaltigen
Unterbrechung des Schienenverkehrs hat es geklappt. Die Stimmung war
gut, das Wetter war ausgezeichnet, und mehr kann man nicht wollen.


Teil 3:
WEITERE Demonstrationen (in alphabetischer Reihenfolge):

Im nicht weit nördlich von Hamburg gelegenen Bad Bramstedt
demonstrierten hundert oder etwas über hundert norddeutsche Kameraden
ohne mir bekannte Zwischenfälle.

In Erfurt schlug die „unheilige Allianz“ zwischen
rechtsbrecherischen Linken und der Staatsgewalt voll zu. Am Ausgangsort hatten sich
mindesten 1.300 Teilnehmer versammelt. (Einige Quellen sprechen auch
von mehr, es wurden Zahlen von 1.500 oder 1.600 genannt.) Linksextremisten
in einer Stärke von angeblich 1.000 Personen blockierten die
Wegstrecke. Die von der NPD angemeldete und mit Hilfe parteifreier Kräfte
gestaltete Veranstaltung wurde von den Behörden aufgelöst. Nicht völlig klar
ist mir zur Zeit, was der Auflösungsgrund war. Interne Quellen sprechen
davon, der Bürgermeister von Erfurt habe dies angeordnet, weil
„nur“ 500 Teilnehmer angemeldet gewesen seien, aber erheblich mehr erschienen
seien. Das wäre nun ja ein eindeutig rechtswidriger Grund gewesen.
Medien sprechen davon, es habe Stein- und Flaschenwürfe von Teilnehmer
der nationalen Demonstration gegen die Polizei gegeben, und deshalb sei
die Demonstration aufgelöst worden. Ohne genaue Kenntnis der Lage vor
Ort nehme ich an, daß das eine reine Schutzbehauptung gewesen ist.

In Neubrandenburg demonstrierten nach Angaben von Teilnehmern zwischen
600 und 700 Kameraden; die Demonstration wurde von Linksextremisten
teilweise akustisch stark gestört, aber schwerere Ausschreitungen
wurden nicht gemeldet.

In Nürnberg demonstrierten nach verschiedenen Quellen zwischen etwa
120 und 200 Teilnehmer. Die Gegendemonstranten hatten dort mit nach
Medienangaben 5.000 Teilnehmern ein zumindest zahlenmäßiges
Übergewicht. Unter den Anführern der Gegendemonstration war auch Bayerns
Innenminister Beckstein. Lustigerweise wurde er von Autonomen mit
Steinen und Flaschen beworfen. Tja, wie sagte Franz Josef Strauß zu
Lebzeiten? „Mit seinen Hilfstruppen darf man nicht zimperlich
umgehen.“ Offenbar haben die linksextremen Hilfstruppen des Bayerischen
Staatsministers des Inneren daraus gelernt; sie sind mit ihrem
Staatsminister nicht zimperlich umgegangen!

Kameraden aus Hessen und der Rhein-Neckar-Region demonstrierten mit
nach Medienberichten 270 Teilnehmern in Rüsselsheim und Raunheim. (Eigene
Berichte sprechen von 300 oder über 300 Teilnehmern.) Auch hier kam es
zu Störungen durch Linksextremisten, die aber nach bisherigem
Kenntnissand den Ablauf der Veranstaltung nicht wirklich
beeinträchtigen
konnten.

In Vechta letztlich demonstrierten nach verschiedenen Meldungen
zwischen 100 und 150 Teilnehmer. Die für mich persönlich glaubwürdigste
Zählung eines Teilnehmers belief sich auf 115 Personen. Die Demonstration
führte durch eine Gegend mit Einfamilienhaus-Bebauung, was mir keine günstige
Route erscheint. Der Spitzenkandidat der NPD für die Landtagswahl in
Niedersachsen sieht das anders; er meinte, gerade die Anwohner in
solchen sonst völlig ruhigen Straßen hätten die Demonstration mit
besonderer Intensität wahrgenommen.

Parteiungebundene Kräfte in Sachsen führten mehrere Aktionen durch,
die wohl vorher nicht behördlich angemeldet gewesen waren. Die größte
davon soll bei 300 Teilnehmer gehabt haben. Aus Thüringen wird auch von
einer längeren Spontandemonstration in Gotha berichtet, die offenbar von
vormaligen Teilnehmern der aufgelösten Demonstration in Erfurt mit
ungefähr 150 Personen durchgeführt worden ist.

Die Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist
mithin eine provisorische.

Ganz allgemein ist aber der Eindruck enstanden, daß das nationale
Lager an diesem 1. Mai zumindest geringfügig mehr Teilnehmer für alle
öffentlichen Aktivitäten hat mobilisieren können als im vergangenen
Jahr. Es mögen unter dem Strich 4.000 gewesen sein, während es im
letzten Jahr wohl eher bei 3.500 gewesen sind.

Wenn wir allerdings daran denken, daß die Gewerkschaften nach den
(möglicherweise geringfügig „geschönten“) Berichten der Medien
republikweit etwa eine halbe Million Menschen auf die Straße bekommen
haben, müssen wir natürlich sagen, daß wir noch viel zu tun haben,
bevor wir wirklich eine gesellschaftlich relevante Kraft sind. Und wenn wir
daran denken, daß am 1. Mai 1998 in Leipzig beispielsweise 5.000
Nationalisten zusammengekommen sind, dann müssen wir auch erkennen,
daß wir uns zwar in die Breite entwickelt haben, aber Spitzenleistungen
noch immer ein wenig unter dem liegen, was wir in früheren Jahren oder auch
bei anderen Gelegenheiten geschafft haben. Daran sollte noch gearbeitet
werden. Allen äußeren und inneren Widerständen zum Trotz.

Hamburg, den 2. Mai 2007
Christian Worch


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